Bild Gemeinsam Medienkompetenz stärken – Schulsozialarbeit WIRKT!

Gemeinsam Medienkompetenz stärken – Schulsozialarbeit WIRKT!

Wie gelingt ein gesunder und sicherer Umgang mit digitalen Medien? An der Lessinggrundschule Neukirch haben Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam Antworten darauf entwickelt. Nach neun Monaten Projektarbeit wurden am 30. Oktober 2026 die gemeinsam erarbeiteten Medienleitlinien feierlich übergeben.

Soziale Medien und digitale Angebote gehören längst zum Alltag von Kindern. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten, bringen aber auch Herausforderungen mit sich – etwa im Umgang mit Stress, Nutzungszeiten und digitalen Inhalten. Umso wichtiger ist es, Kinder frühzeitig zu stärken und sie dabei zu unterstützen, bewusste und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. An der Lessinggrundschule Neukirch wurde genau hier angesetzt: In einem gemeinsamen Prozess setzten sich Kinder, Eltern und Lehrkräfte mit ihrer Mediennutzung auseinander und entwickelten Regeln und Empfehlungen für einen guten Umgang mit digitalen Medien im Schulalltag.

Kinder gestalten ihre Medienleitlinien selbst

Im Mittelpunkt des Projekts stand die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Sie brachten ihre eigenen Erfahrungen, Fragen und Wünsche ein und entwickelten gemeinsam mit Erwachsenen Vereinbarungen, die zu ihrer Schule und ihrem Alltag passen. Begleitet wurde der Prozess durch Workshops, Elternabende und Weiterbildungen für Lehrkräfte. Dabei ging es nicht nur um Medienkompetenz, sondern auch um Stressbewältigung und Gesundheitsförderung. Die gedruckten Medienleitlinien machen die gemeinsamen Ergebnisse sichtbar und bieten künftig eine verbindliche Orientierung für den Schulalltag. Sie zeigen: Nachhaltige Prävention gelingt besonders dann, wenn Kinder ernst genommen werden und ihre Perspektiven tatsächlich Einfluss haben.

Schulsozialarbeit begleitet und stärkt

Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Bestandteil solcher Prozesse. Sie unterstützt Kinder dabei, eigene Erfahrungen zu reflektieren, ihre Anliegen einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig stärkt sie den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern und pädagogischen Fachkräften. Die Evaluation des neunmonatigen Projekts zeigt, dass die vermittelten Inhalte nachhaltig wirken. Das Bewusstsein der Kinder für ihre eigene Mediennutzung wurde geschärft. Die Themen beschäftigen sie weiterhin im Alltag und werden auch in die Familien getragen. Für Maria Kirschner, Schulsozialarbeiterin und Projektleiterin auf Seiten der Schule, unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung kontinuierlicher Präventionsarbeit: Die positiven Impulse sollten langfristig gesichert und auch auf weiterführende Schulen übertragen werden.

Schulleitrein Frau Goldberg erklärt: „Dieses Projekt hat nur einen kleinen Ausschnitt dessen gezeigt, was Schulsozialarbeit leistet. Sie ist ein eigenständiges Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe an unsere Grundschule. Sie arbeitet präventiv und niedrigschwellig für alle Schülerinnen und Schüler. Bei uns ist sie seit acht Jahren fest etabliert. Sie verantwortet maßgeblich unser schulisches Präventionskonzept und arbeitet mit dessen Kooperationspartnern eng zusammen.  Sie unterstützt Lehrkräfte im Unterricht und darüber hinaus. Frau Kirschner ist eine verlässliche Ansprechpartnerin für Kinder und Lehrkräfte. Viele Eltern suchen von sich aus den Kontakt. Sie bringt Expertise im Kinderschutz mit, insbesondere in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Diese Aufgaben können wir als Lehrkräfte in der heutigen Zeit nicht zusätzlich übernehmen. […]  Schulsozialarbeit ist kein schmückendes Extra. Sie gehört in jede Schule und in jede Schulart, vom ersten Schuljahr an. Dafür braucht es eine verlässliche Finanzierung, die nicht von Jahr zu Jahr neu verhandelt werden muss. Ich wünsche mir dazu eine neue gesellschaftliche Diskussion darüber, welche Prioritäten wir in Sachsen setzen.

Ich bitte alle, die hier Verantwortung tragen: Nehmen Sie diesen Gedanken mit. Sprechen Sie darüber. Setzen Sie sich dafür ein, damit Projekte wie dieses an allen Schulen möglich sein können.“

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Das Projekt an der Lessinggrundschule Neukirch zeigt, wie Gesundheitsförderung und Medienkompetenz im Schulalltag gelingen können: durch Beteiligung, offene Gespräche und eine verlässliche Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Statt allein auf Verbote zu setzen, erhalten Kinder Orientierung und Unterstützung, um digitale Medien kritisch, sicher und selbstbestimmt zu nutzen.

Ein Beispiel dafür, wie Kinder- und Jugendhilfe wirkt: Wenn junge Menschen mitreden und mitgestalten können, entstehen Lösungen, die ihren Alltag wirklich erreichen.

Das von der Techniker Krankenkasse geförderte Projekt wurde fachlich durch Florian Buschmann von der Präventionsinitiative OFFLINE HELDEN und die Sportwissenschaftlerin Anne-Sophie Reißig begleitet. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Lessinggrundschule Neukirch und der Schulsozialarbeit des Valtenbergwichtel e.V.

*Foto: Valtenbergwichtel e.V.