Graffiti-Projekt mit Schüler*innen der Lindenschule Bautzen
Schülerinnen und Schüler der Lindenschule Bautzen im Alter von 15 bis 17 Jahren, welche sich bei der Schülerzeitung ihrer Schule engagieren, haben gemeinsam mit Pro Chance – Mobile Jugendarbeit Bautzen ein eigenes Graffiti-Projekt umgesetzt. Die Idee entstand aus dem Wunsch der Schülerzeitung, Graffiti als neue kreative Ausdrucksform kennenzulernen und die Erfahrungen anschließend in einem Artikel für die Schülerzeitung festzuhalten.
An drei Terminen beschäftigten sich die Jugendlichen zunächst mit der Entstehungsgeschichte von Graffiti, jugendkulturellen Bezügen wie Hip-Hop und Breakdance, die historische Bedeutung von Graffiti aus Sicht von benachteiligten Gruppen sowie Graffiti als Ausdrucksmedium von Meinungen, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit. Auch Fragen zu Legalität und Illegalität, Risiken und legalen Graffiti-Flächen in Bautzen wurden thematisiert. Ergänzend erhielten die Jugendlichen Einblicke in verschiedene Graffiti-Stile sowie Character-Design. Anschließend entwickelten sie eigene Skizzen, die sie beim abschließenden Termin an der legalen Graffiti-Wand des Steinhaus e. V. mit der Sprühdose umsetzten.
Dabei konnten die Jugendlichen kreativ experimentieren und ihre eigenen Interessen und lebensweltlichen Themen in die Gestaltung einbringen. An der Wand mussten sie untereinander die Verteilung der vorhandenen Fläche aushandeln, gaben sich gegenseitig Tipps und Feedback und unterstützten sich beim Erlernen der neuen Sprühtechniken. Besonders sichtbar wurde die Freude über das gemeinsam Erreichte, als die Jugendlichen ihre fertigen Arbeiten präsentierten und sich stolz miteinander vor der gestalteten Wand fotografierten.
Das Projekt verband (jugend-)kulturelle und kreative Bildung mit Beteiligung. Die Jugendlichen konnten ihre kreativen sowie sozialen Fähigkeiten erproben und ausbauen, eigene Ideen verwirklichen und unmittelbar erleben, dass aus ihren eigenen Entwürfen und lebensweltlichen Interessen etwas Sichtbares entsteht. Gleichzeitig bot dies eine Möglichkeit für junge Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarf, zu Erlebnis- und Erfahrungsräumen sowie zur Graffiti-Kultur im Allgemeinen. So wurde Graffiti als Medium für einen niedrigschwelligen Zugang zu Jugendkultur, Kreativität und dem Erleben von Selbstwirksamkeit genutzt.
*Foto: Steinhaus e.V.
