Bild Valtenbergwichtel e.V. muss seine Angebote neu ordnen

Valtenbergwichtel e.V. muss seine Angebote neu ordnen

Offene Kinder- und Jugendarbeit im Oberland im Rückbau begriffen

Zahlreiche Angebote der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten seit langem an ihrer Belastungsgrenze: mit wenig Personal, vielen Bedarfen und wachsenden Aufgaben. Im laufenden Jahr treffen nun weitere  Einschnitte das Oberland, insbesondere Neukirch und Wilthen.

Offene Kinder- und Jugendarbeit in den Jugendfreizeitstätten Wilthen und Neukirch gehört bei Valtenbergwichtel e.V. quasi zur DNA des bekannten Jugendhilfeträger. Leider sieht sich der Verein im Jahr 2025 mit einer Halbierung der Zuschüsse des Landkreises für diesen Teil seiner Arbeit konfrontiert. Teamleiter Tilo Moritz „Je Einrichtung steuert das Jugendamt nun nur noch eine halbe Stelle zur Gesamtfinanzierung bei. Die Stadt Wilthen und die Gemeinde Neukirch halten ihrerseits an den bisherigen Zuschüssen fest, können jedoch nicht kompensieren.“

Die Fachkräfteausstattung für die Betreuung der offenen Angebote in den Jugendhäusern musste arg beschnitten werden. Tilo Moritz dazu: „Eine ab September frei werdende Stelle werden wir nicht nachbesetzen. Darüber hinaus haben wir einen erst im Januar eingestellten Erzieher bereits wieder gekündigt“

Valtenbergwichtel e.V. ist gezwungen, die Öffnungszeiten seiner beiden Jugendhäuser deutlich zu reduzieren. Tilo Moritz: „Freitags werden ab September beide Einrichtungen geschlossen sein, weitere Reduzierungen sind nicht auszuschließen“

Droht hier nun Leerstand vorhandener Räume? „Auch dazu haben wir uns Gedanken gemacht“ so Tilo Moritz „In Neukirch flankieren wir die offene Jugendarbeit mit Angeboten der Mehrgenerationenarbeit die von Ehrenamtlichen und Honorarkräften gestemmt werden. In Wilthen werden wir Angebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung etablieren für welche wir Drittmittel beschaffen konnten.“

Darüber hinaus wirken in Neukirch und Wilthen jeweils zwei Schulsozialarbeiterinnen des Trägers und auch die Sozialarbeiterinnen der mobilen Jugendarbeit sind im Einsatz. „Unsere Mobile Jugendarbeit ist jedoch in insgesamt 12 Städten und Gemeinden verortet und kann die Kürzungen der offenen Jugendarbeit somit keinesfalls kompensieren. Die Schulsozialarbeiterinnen, von denen der in Teilzeit arbeiten, sind Ansprechpartnerinnen für insgesamt mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler – auch da können wir keine Ressourcen verschieben“

In Jugendhäusern finden Kinder und Jugendliche einen offenen, sicheren Raum, um ihre Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen und Gemeinschaft zu erleben. Offene Kinder- und Jugendarbeit fördert durch niedrigschwellige Angebote, Beratung und Bildungsformate soziale Teilhabe, Integration und gegenseitigen Respekt. Jugendhäuser begleiten junge Menschen auf ihrem Weg zu selbstbestimmtem, verantwortungsvollem Handeln und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Ausgrenzung und Konflikten.

Tilo Moritz: „Ab September stehen uns für beide Jugendhäuser insgesamt nur noch zwei Fachkräfte mit je 30h/Woche zur Verfügung die von Freiwilligendienstleistenden und BA Studenten zeitweise unterstützt werden. Krankheit und Urlaub führen da zwangsläufig zu weiteren Schließzeiten“

Die anstehenden Kürzungen gefährden die Existenz offener Kinder- und Jugendarbeit in Jugendhäusern und untergraben damit zentrale Präventions- und Integrationsstrukturen. Gerade jetzt braucht es nicht weniger, sondern mehr Räume, in denen junge Menschen Beteiligung, Beratung und soziale Unterstützung erfahren. Ohne ausreichende Mittel drohen verstärkte Isolation und ein Verlust wertvoller Entwicklungschancen für die nächste Generation.

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